Mittwoch, 8. Oktober 2014

Vom Rapsöl begeistert oder einfach Maronenrisotto mit Steinpilzen…

…ist ja schon einige Tage, um nicht Wochen zu sagen her, als Peggy Schatz von multikulinarisches zum Rapsölevent aufgerufen hat.
Als ich von dem Aufruf hörte, war ich sofort begeistert, weil Rapsöl in unserem Büdchen genauso einen festen Platz hat wie Olivenöl und natürlich auch Butter. Es gibt Speisen die verbinde ich mit einem ganz bestimmten Geschmack und fehlt diese eine gravierende Note ist es nicht richtig, Also für meine Zunge ist es nicht richtig. Eine andere Geschmacksrichtung einzuschlagen ist ja jetzt nicht unbedingt das verkehrteste, aber so ein ganz kleines bisschen Gewohnheit ist ja so schlimm nun auch nicht. Was wäre ein Wiener Schnitzel ohne feinen Buttergeschmack, oder kennst Du eine richtig gute Aioli die ohne den runden Geschmack eines aromatischen Olivenöls auskommt?
Experimentierfreudig wie ich bin, Du weißt schon „Jugend forscht“ bin ich das ganz große Wagnis eingegangen und habe Risotto für diesen interessanten Event gezaubert gekocht. Du schlägst schon die Hände über dem Kopf zusammen und denkst, Grundlage für Risotto ist Olivenöl. Ich kann Dich ja verstehen und irgendwie denke ich ganz genauso, aber probieren geht über studieren. Also war die erste Amtshandlung die ich tätigte, Rapsöl in den Topf. Der Reis wird bei Risotto immer vorher in Öl glasig angedünstet, daran geht kein Weg vorbei! Das Nächste was Du Dir für Risotto noch merken musst, immer warme Flüssigkeit zugeben. Gießt Du kalte Flüssigkeit an wird der Garprozess des Korns gestoppt und irgendwann ist das einzelne Reiskorn zwar außen gar, aber innen der Kern bleibt hart. Das Ergebnis ist ein halbrohrer Reismatsch. Das will keiner und da hilft dann auch das beste Öl nichts mehr und es ist einfach nur ärgerlich um die Zutaten. Aber da Du ja Stammleser im Büdchen bist weißt Du das schon lange, denn das erwähne ich fast immer wenn ich ein Risottorezept poste.
Eben, ärgerlich um die Zutaten und Zutaten ist das Stichwort. Ich verwende zwei verschiedene Sorten Rapsöl. Zum einen das aus der Teutoburger Ölmühle und zum anderen das Rapsöl der Geistenbecker Ölmühle. Der Bezug vom Teutoburger ist einfach, das bekomme ich auch im gutsortierten Supermarkt. Da ist es mit der Beschaffung von dem Rapsöl aus der Geistenbecker Ölmühle schon etwas schwieriger. Aber da es sich um ein regionales Öl handelt hat eine regionsansässige Supermarktkette das tolle Öl in sein Programm aufgenommen. Ich finde das gleich dreifach klasse, zum ersten wie schon erwähnt ist es regional. Zum zweiten wird der Volksverein Mönchengladbach unterstützt der sich wiederum um Langzeitarbeitslose kümmert und zum dritten was ja gerade den Sinn des regionalen ausmacht, kurze Wege. Da reist kein Fläschchen Öl erst über den halben Kontinent um von uns letztendlich verbraten zu werden.
Während ich mich ausgiebig mit dem Thema Rapsöl beschäftigt habe, ist mir aufgefallen wie häufig ich gerade dieses Öl einsetze. Beide Öle die im Büdchen verwendet werden haben einen nussigen Geschmack. Gerade für Gebäck finde ich Rapsöl unschlagbar. Auch Rühreier in Rapsöl gebraten entwickeln ganz eigene besondere Geschmäcker. Mir scheint, als würde der eigentliche Eiergeschmack noch kräftiger hervorgehoben. Aber auch der Duft, ja ich spreche wirklich von Duft, ist aromatisch, rund und weich. Gerade das Öl aus der Geistenbecker Ölmühle ist sehr harmonisch rund. Du wirst es nicht glauben, aber da ist auch schnell mal ein Löffel abgeschleckert wenn noch ein Tröpfchen drauf ist.
Nun aber mal zurück zu meinem Rezept. So mitten im Herbst, schließlich haben wir Oktober, wird es mal langsam Zeit für Maronen. Wie Du weißt liebe ich Südtirol, eigentlich zu jeder Jahreszeit, aber so ganz besonders ist der Herbst dort. Ich mag die Törggele-Feste, die eigentlich nichts anderes untermahlen, wie ein bewusstes Erntedank. Kennst Du den Duft von Erntedankfesten? Es riecht nach Trauben, Birnen und reifen Äpfeln, ein Geruch von erster Weingärung liegt in der Luft und ganz wichtig, das Aroma frischgerösteter Kastanien.
Ups, fast hätte ich es vergessen die Würze von feuchtem Laub und frischen Pilzen zu erwähnen.
Nur wie bekomme ich diese wunderbaren Zutaten in ein Gericht? Ich gestehe, es hat nicht jede genannte Herbst-Zutat in meinem Rezept seinen Platz gefunden, aber der Herbst ist noch lang, die Rapsölflaschen noch gut gefüllt und das Risotto mit Maronen und Steinpilzen wird Dir sicher auch ohne Äpfel und Birnen gefallen.
Maronenrisotto mit Steinpilzen (für 4 Pers.)
300 g Risottoreis
3 Esslöffel Rapsöl
1 Zwiebel
200 g Maronen, gegart
50 g getrocknete Steinpilze
150 ml Riesling
650 ml Gemüsebrühe, evtl. etwas mehr
1 Teelöffel Thymianblättchen
Cubebenpfeffer und Salz
1 Esslöffel Butter
30 g Parmesankäse gerieben
Einige Thymianblätter für die Deko
Die Steinpilze in Riesling einlegen und quellen lassen. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden.
Das Rapsöl erwärmen und die Zwiebelwürfel glasig dünsten. Nun den Risottoreis zufügen und zusammen mit den Zwiebelwürfeln andünsten bis auch die Reiskörner glasig sind. Mit dem gesamten Riesling der eingeweichten Steinpilze die Reiskörner ablöschen. Die Maronen, die Steinpilze und die Thymianblättchen ebenfalls zufügen und untermischen. Mit etwas Salz und Cubebenpfeffer würzen, aber erst nur wenig, Du kannst später nachwürzen. Jetzt nach und nach die Brühe angießen und von den Reiskörnern aufsaugen lassen.
Rühren nicht vergessen. In guten 20 bis 25 Minuten müsste Dein Risotto fast fertig sein, jetzt kommen noch die Butter und der geriebene Parmesan hinein. Beides gut unterrühren und mit Pfeffer und Salz abschmecken.
Auf Teller anrichten und mit wenigen Thymianblättchen bestreuen.

Einige Zeit vor unserem Urlaub habe ich ein kleines Überraschungspaket mit richtig schönen Produkten bekommen. Es war so passend, weil kurz vorher hatten wir doch das Vergnügen beim Kochtreffen, mal eben drüben im kulinarischen Frankreich, auf Lebensmittelfang gegangen zu sein. Da hatte ich noch so bei mir gedacht, es wäre nicht verkehrt eine gute Adresse im Internet zu haben, wo man für die eine oder andere Delikatesse mal herumschnüffeln könnte.
Mit dem Päckchen ist eine hervorragende Bezugsadresse ins Büdchen eingezogen. Ich denke der verwöhnte Gaumen wird hier mit Sicherheit diverse Leckerbissen finden. Den Cubebenpfeffer findest du garantiert und zwar in hervorragender Qualität.
Auch wenn mir das Päckchen kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, ist meine Meinung davon unberührt. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch bei Edélices bedanken und ja, mir gefällt Ihr Onlineshop , und zwar sehr gut.

Kommentare:

  1. Das Teutoburger Öl nutz ich schon lang, werde aber auch das regionale probieren. Der Shop schaut auch interessant aus. Danke für die Tipps!!!!!
    LG Beate

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    1. Beate vielleicht ist ja auch ein Rewe ganz bei Dir in der Nähe, dann brauchst Du gar nicht im Shop bestellen, dann kannst Du dir das Öl direkt vor Ort besorgen :-)
      LG
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    2. Das Öl bekomm ich bestimmt hier in Bochum... aber der Shop hat ja diverse Leckereien zu bieten, lach.
      LG Beate

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    3. ach Beate, das war jetzt ein kleines Missverständnis :-)
      Du hast schon recht, der Shop ist richtig schön und die Produkte sind sehr delikat und von äußert guter Qualität. Auch wenn ich meine Marmeladen immer selber mache kann ich die im Shop sehr empfehlen, sie sind super fruchtig und längst nicht so mega süß wie man es oft von anderen Marmeladen gewohnt ist.
      Liebe Grüße
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  2. Ich bin froh, dass du ein Risotto-Tabu gebrochen und Rapsöl zum Einsatz gebracht hast. Zusammen mit den Maronen stelle ich mir das sehr passend vor.
    Hattest Du Rapskernöl (im ZUtaten-Foto) oder das kaltgepresste Rapsöl verwendet?

    Danke für's Mitmachen bei der Rapsölution. Und falls ich eine Bitte äußern darf … Es wäre schön, wenn du meinen Blognamen zu multikuinarisches korrigieren könntest. Danke!

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    1. Ich bin ja frech und habe absichtlich das Tabu gebrochen :-) weil ich finde dass Rapsöl ganz besonders sehr gut zu recht deftigen Risottos passt. Ich habe das kaltgepresste Verwendet weil mit erst später aufgefallen war, dass die noch im Anbruch war.
      Das geschlammte "es" ist wieder aufgetaucht und eingefügt :-)
      Ach ja, so ein super Event und gerade wenn es um Region geht konnte ich nicht ignorieren. Toll was Du da auf die Beine gestellt hast.

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Lieber Leser ich freue mich dass Du meinen Blog liest und wenn Du Dir dann auch noch die Mühe machst Kommentare hier bei mir zu hinterlassen, ist das ein ganz besonderes Kompliment für mich.
Allerdings werden neuerdings aus gegebenem Anlass die Kommentare erst durch mich geprüft eh sie freigeschaltet werden. Leider ist die Anzahl der Spams in letzter Zeit so enorm angestiegen das ich mich zu dieser Vorgehensweise entschließen musste. Ebenfalls werden anonyme Kommentare, wie auch Einträge die mit Werbelinks versehen sind, prinzipiell nicht veröffentlicht. Auch die notorischen penetranten Besserwisser möchten dem Büdchen bitte fern bleiben. Sie sind unerwünscht, dafür gibt es einschlägige Foren auf denen sich diese "Gutmenschen" austoben können.
Ich weiß dass meine Stammleser und Blogschreiber diese Meinung mit mir teilen und vollstes Verständnis haben.
Gegenüber Mitmenschen die meinen sich an diese Regel nicht halten zu müssen, behalte ich mir rechtliche Schritte vor.