Dienstag, 27. September 2011

Ich koch Dich türkisch...

diesen Spruch finde ich so doof. Keiner sagt "ich koch dich deutsch oder ich koch dich italienisch“. Aber ich koche heute weder etwas Deutsches, noch etwas Italienisches, ich koche Euch etwas Türkisches.Hier ins Büdchen ist ein wirklich sehr schönes türkisches Kochbuch eingezogen und ich habe mich recht lange mit diesem Buch beschäftigt um nicht vorschnell zu urteilen und zu handeln. Erst tat ich mich etwas schwer. Ein Buch mit gemalten Bildern, sehr persönlichen Geschichten und schönen Rezepten die von gewisser Einfachheit geprägt sind. Trotz Schnörkellosigkeit sind die Rezepte außergewöhnlich und äußerst lecker. Was ich aus dem Buch gekocht habe, hatte den typischen Geschmack den ich mit der türkischen Küche verbinde. Vielleicht liegt es aber einfach nur daran, dass die Speisen, die ich bisher aus der türkischen Küche gegessen habe, die gleichen Gewürze hatten.
Das Buchformat ist handlich und geht schon fast in Richtung Taschenbuch, das Cover ist bunt und sehr hübsch illustriert. Ach ich habe Euch noch gar nicht erzählt wie es heiß. „Die wunderbaren Rezepte meiner türkischen Familie“ oder Afiyet olsun! es kommt aus dem Gerstenberg-Verlag und die Autorin ist Semiha Stubert, die Illustrationen sind von Claudia Lieb. Die Autorin schreibt Rezepte und Geschichten die ihre Kindheit bestimmten.
Direkt am Anfang gibt es ein Inhaltsverzeichnis. Die Rezepte sind nach Jahreszeiten und nach sehr ihren besagten persönlichen Gegebenheiten aufgeführt. Am Ende des Buches gibt es ein weiteres Inhaltsverzeichnis. In dieser Aufstellung sind die Rezepte nach den Gruppen Salat, Vorspeisen, Eier, Suppen, Gemüse, Fleisch und Fisch, Bratlinge, Bulgur und Reis, Brot und Pasteten, Nudeln, Süßspeisen, Getränke.
Am Anfang jeder Rubrik werden sehr familiäre Erinnerungen preis gegeben, hat man das ganze Buch gelesen, bleibt ein verbundenes Gefühl zurück. Man könnte meinen die Großeltern bzw. einen Teil der Familie von der Autorin kennengelernt zu haben. Der Leser wird in die Region Anatolien geführt und bekommt einen tiefen Einblick in ein Familienleben das unwesentlich anders ist, wie es einst in Deutschland in Großfamilien üblich war.
An den Rezepten gefiel es mir sehr gut, dass alles irgendwie kombinierbar ist.
Wer einen Schimmer von den türkischen Gaumenfreuden bekommen möchte, ist mit diesem Buch auf dem besten Weg in eine Küche zu finden, die nichts mit dem in Deutschland bekannten Dönner gemein hat.

Das sagt der Verlag:

Semiha Stubert hat ihre Kindheit bei ihren Großeltern in Anatolien verbracht. Im Zentrum des Familienlebens stand gutes Essen, im Alltag und an Festtagen wurde gemeinsam geerntet, zubereitet und geschmaust. Die Autorin gewährt stimmungsvolle Einblicke in die Bräuche Anatoliens. Anhand sorgsam zusammengestellter traditioneller und neuer Rezepte vermittelt sie eine authentische und zeitgemäße türkische Küche, die betört und inspiriert.
Claudia Lieb hat den Zauber dieser kulinarischen Reise an den Fuß des Taurus-Gebirges mit fantasievollen Bildkompositionen eingefangen.

Autoren / Künstler
Semiha Stubert, geb. 1969 in Eregli-Konya, Türkei, studierte in München und ist Juristin und Mediatorin. Sie verbrachte ihre Kindheit bei den Großeltern in Anatolien und lernte dort das Kochen. Mit über 30 Jahren Kocherfahrung zeigt sie hier die Feinheiten der türkischen Küche. Zurzeit lebt sie in Oslo.

Semiha Stubert
Claudia Lieb (Illustr.)

Afiyet olsun!
Die wunderbaren Rezepte meiner türkischen Familie

176 Seiten, 17 x 23,5 cm
flexibler Einband, mit zahlreichen Illustrationen s/w und farbig.
ISBN 978-3-8369-2642-3
EUR (D) 19.95 | EUR (A) 20.60 | SFr 28.90


Wie immer habe ich etwas nachgekocht, um mir ein Bild von der Handhabung der Rezepte machen zu können. Herausgekommen ist eine Kombination von grünen Bohnen mit Tomaten und dazu Hackfleischbällchen mit Feta. Da im Büdchen das Lammfleisch nicht wirklich gerne gegessen wird, habe ich die Hackbällchen etwas abgewandelt.

Taze Fasülye Kavurmasi (Grüne Bohnen mit Tomaten)
500 g grüne Bohnen
4 Esslöffel Olivenöl
2 Zwiebeln, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
1 türkische milde Peperonischote, fein gewürfelt
4 Tomaten, gehäutet und gewürfelt
1 Teelöffel Paprikapulver, edelsüß
Salz, frischer Pfeffer
½ Bund glatte Petersilie, gehackt
Bohnen putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. In Salzwasser kurz blanchieren.
Olivenöl erhitzen, Zwiebelwürfel, Knoblauch- und Peperoniwürfel im Öl andünsten. Die Bohnen zugeben, mit Salz Pfeffer und Paprikapulver würzen. Tomatenwürfel unterheben und mit geschlossenem Deckel 10 bis 15 Minuten garen.
Kurz vor dem Servieren die Petersilie unterheben.
Beyaz Peynirli Köfte (Hackfleischbällchen mit Fetakäse)
1 Esslöffel Olivenöl
1 große Zwiebel, sehr fein gewürfelt
1-2 türkische grüne milde Peperonischoten, sehr fein gewürfelt (hier hatte ich noch eine gelbe Paprika die ich ersatzweise verwendet habe)
500 g Rinderhack (im Original Lamm und Rind zu gleichen Teilen)
1 Ei
50 g Weißbrot vom Vortag, eingeweicht und ausgedrückt
2 Esslöffel glatte Petersilie
Je ½ Teelöffel Thymian, Oregano und Basilikum
½ Teelöffel Paprikapulver, edelsüß
Je ¼ Teelöffel Zimt-, Nelken- und Pimentpulver
¼ Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel
Salz und frischer Pfeffer fein gemahlen

200 g milder Fetakäse, in 12 Stücke geschnitten
Öl zum Braten
In Öl die Zwiebelwürfel und Peperoniwürfel kurz anbraten. Hackfleisch in eine Schüssel geben und alle anderen Zutaten, inkl. der geschmorten Zwiebeln und Peperoniwürfel, allerdings bis auf den Fetakäse, zum Hack geben und einen geschmeidigen Fleischteig kneten. Aus dem Fleischteig Bratlinge formen, diese etwas platt drücken, einen Würfel Fetakäse in die Mitte geben und den Fleischteig um den Käse formen.
So mit dem ganzen Fleischteig vorgehen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Fleischbällchen von allen Seiten gar braten.
Die Köfte mit den Bohnen anrichten und servieren.


Kommentare:

  1. Schaut sehr schön aus!
    Gerade vorhin habe ich es bei den anonymen Köchen gepostet: Ich habe von einer Türkin auch so ein Rezept mit Fisolen (grünen Bohnen) bekommen. Und alle Türken sagen, das muss 2 Stunden köcheln, sonst wird das nix G'scheites. Das finde ich jetzt spannend, dass ein türkisches Kochbuch nur so eine kurze Garzeit dafür angibt.

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  2. Hmm, sieht das lecker aus! Meinem Freund werd ich die Bilder heut Abend auch zeigen. Der wollte mir nämlich nicht glauben, dass es funktioniert Fleischbällchen zu füllen... ;-)

    Und das Kochbuch werde ich mir auch mal genauer anschauen. Ich bin schon länger auf der Suche nach einem guten türkischen Kochbuch. Allerdings muss ich erst wieder Platz schaffen. Ich hab mir aus dem Urlaub nämlich 9 neue mitgebracht und ich weiß schon nicht mehr, wohin damit... *hüstel*

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  3. @Turbohausfrau, also es ist jetzt bereits das zweite türkische Kochbuch das ich habe in dem die Bohnen ruckizucki gemacht werden. Das andere Buch das ich habe, hat mir ein türkischer Freund mitgebracht, aus einer deutsch/türkischen Buchhandlung aus Istambul. Aber wie schon geschrieben, auch dort ganz schnell. Deine Bekannte hat doch wohl kein Buch von einer Deutschen oder Österreicherin erwischt?! ;-)

    @Charlotte, ich hoffe Du hast Dich super erholt und hast jetzt auch eine Badeanzugfigur ;-)))
    Wenn Du nicht weiß wohin mit den ganzen Büchern, Du weißt ja, ich helfe Dir gerne und biete ihnen zur Not ein Zuhause an ;-)))

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  4. @Charlotte, ach übrigens, die Hand dort oben, gehört Herrn GB, vielleicht solltest Du das dann Deinem Freund auch gleich unter die Nase reiben ;-)

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  5. @Calogero, na das ist doch mal was ;-) gern geschehen.

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