Dienstag, 15. Januar 2013

Ausnahmsweise den Event mal nicht verpennt…

…es ist mal wieder soweit, bei Zorra im Kochtopf brodelt es, obwohl das Jahr kaum angefangen hat. Das letzte Jahr ist förmlich so an mir vorbei gegangen und ich kann mich kaum erinnern wann ich mich von Zorra das letzte Mal zu einem Event hab locken lassen. Aber jetzt sag doch auch mal, so kann es doch nicht weiter gehen. Regelrechtes Lotterleben, quasi am täglichen Foodbloggergeschehen vorbei und ich krieg nichts mit. Letztens als die Jahreswende war, da hab ich mir Zeit geklaut und mal wieder stundenlang in den Blogs der Koch- und Essenskollegen/innen gelesen. Och und was war ich überrascht. Da lese ich bei Zorra, dass die Sabine von Bonjour Alsace zum Elsass-Event aufgerufen hat.
Blog-Event LXXXIII - Das Elsass (Einsendeschluss

style=
Ja ich kann Dir was erzählen, meine Gedanken schleuderten durch meinen Kopf, dass die armen Dinger regelrecht ein Trauma hätten bekommen müssen. Also jetzt nicht Zorra und Sabine, sondern meine Hirngespinste. Stichpunktartig fuhr ich in Gedanken die Route unserer letzten Urlaubsreise ab, die uns zum ersten Mal ins Elsass führte. So, und jetzt bist Du dran. Kannst Du Dir vorstellen welch ein geistiges Geschmackserlebnis ich in meinem Mund, nur durch meine Fiktionen an all die Köstlichkeiten, fabrizierte? Ein Pfützchen nach dem anderen plätscherte von links nach rechts. Sabine wollte ein Rezept das für die Region Elsass spricht. Ich hätte ihr ein ganzes Kochbuch kochen können. Ja und der Wein, dieser herrliche Wein in den Speisen, vor dem Essen, nebenbei und auch noch im Anschluss. Ich gebe zu es ist eine sehr deftige rustikale Küche, aber sie schmeckt nach Kochenkönnen. Die Speisen erinnern mich an die gute Küche meiner Mutter. Wie gerne habe ich ihr zugeschaut wenn sie Speck schnitt, oder Zwiebeln, ihr altes Holzbrett das ganz durchgewetzt war und nach heutigen Standards, wie ein gutes Küchenbrett auszusehen hat, mit Pauken und Trompeten durchfallen würde. Eine Küche die Dich Gemütlichkeit schmecken lässt, genau wie im Elsass.
Sicher, ich hätte Euch auch einen Flammkuchen gemacht, aber ich wollte der Zorra und der Sabine ein Rezept schenken, aus dem man das Elsass schmeckt, eben diese besagte Küche.
Was hältst Du von Nudelrollen mit Ochsenschwanzfüllung? Ist gebongt? Okay, dann brauchst Du als erstes ZEIT! Dann brauchst Du noch Wein, viel Wein, keinen Weißen, Du brauchst Roten. Doch das Wichtigste, Du musst einen Ochsenschwanz besorgen und da dieses Rezept sehr zeitraubend ist, besorg Dir gleich 1,5 kg Ochsenschwanz. Dann machst Du gleich soviel, dass Du noch etwas einfrieren kannst, oder Du lädst Dir lieben Besuch ein. Die Sauce kocht locker 2 bis 3 Stunden, aber bewache den Topf und verstecke sämtliche Löffel die Du hast, auch vor Dir selber. Na, habe ich Dich neugierig gemacht? Dann kann es ja jetzt losgehen.
Nummer 1 ist der Nudelteig, den machst Du direkt als erstes.
100 g Weizenmehl
100 g Hartweizenmehl
100 g Weizenvollkornmehl
3 Eier
Salz
Die Mehlsorten mischen, die Eier dazugeben, das Salz auf die Eigelbe geben (Du weißt schon, dann wird der Teig gelber) und jetzt alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Knete ruhig etwas länger das bekommt dem Teig sehr gut. Dann kann er in Frischhaltefolie verpackt werden und zum Ruhen in den Kühlschrank gelegt werden.
Jetzt kannst Du Deine ganze Aufmerksamkeit dem Ochsenschwanz, den Du in Stücke hast hacken lassen, schenken. Du brätst die Stücke von allen Seiten kräftig an, sodass sie richtig gut Farbe bekommen. Dann nimmst Du die Stücke aus Deinen Topf und stellst sie zur Seite.
Natürlich hast Du 5 Möhren und 1 bis 2 Stangen Staudensellerie bereits in Würfel geschnitten und die kommen jetzt in den Topf und braten in dem herrlichen Bratensatz vom Ochsenschwanz rundum schön an. Das Gemüse kann auch ruhig Röstfarbe bekommen, das gibt später die Farbe der Sauce. Du gibst das Fleisch wieder zurück in den Topf, würzt mit Salz und Pfeffer und gießt die erste Flasche Wein an.
Ich sag Dir schon jetzt, Du brauchst mindestens drei Flaschen. Besser sind vier! Von jetzt an las es langsam vor sich hin schmurgeln. In den nächsten 4-5 Stunden ist Deine einzige Aufgabe eine weitere Flasche Wein anzugießen, noch einen Liter Gemüsebrühe zuzufügen und den Topf zu bewachen (siehe oben). Na okay, Du müsstest noch etwas Gemüse putzen und in kleine Würfel schneiden, denn das brauchst Du später. Nach der Garzeit nimmst Du den Ochsenschwanz aus den Topf löst die Knochen aus, schneidest sämtliches Fett ab und stellst das Fleisch zur Seite, lass es aber auch nicht aus den Augen. Den Bratensud schüttest Du durch die flotte Lotte und fängst den gefilterten/pürierten Sud auf. Den gibst Du zurück in den Topf.
Du hast meinen Tipp von oben beherzigt, hast 5 weitere Möhren, ½ Sellerieknolle, eine Porreestange und zwei Petersilienwurzeln geputzt und in kleine Würfel geschnitten. Diese Würfel gibst Du jetzt in den Sud.
Fügst noch ein Bouquet garni zu und ein Teeei gefüllt mit 1 Teelöffel weiße Pfefferkörnern, 1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner, 2 Nelken, 1 Teelöffel Piment. Noch locker 2 Esslöffel Tomatenmark und zwei gehäutete Tomaten zugeben. Nun kannst Du die letzte Flasche Wein dazugießen. Jetzt hast Du wieder etwas Zeit. Nach 45 Minuten Garzeit schüttest Du den kompletten Sud mit dem Gemüse durch ein Sieb. Du fischt aus dem Gemüse das Kräutersträußchen und das Teeei. Das aufgefangene Gemüse lässt Du gut abtropfen und gibst es dann zu dem Ochsenfleisch das Du geparkt hast. Das Kräutersträußchen und das Teeei entsorgst Du und den Sud (den hast Du natürlich auch aufgefangen) gibst Du zurück in den Topf. Sollte er Dir als Sauce zu dünnflüssig sein könntest Du ihn z. B. mit Speisestärke oder Pfeilwurzmehl andicken. Sollte der Sud wider Erwarten zu dick sein, könntest Du Gemüsebrühe dazugießen, oder weiteren Wein auftreiben.
Den Nudelteig rollst Du zu einer großen, oder mehreren kleineren Platten aus. Das abgetropfte Gemüse hast Du mit dem Fleisch gründlich gemischt. Sollte die Konsistenz der Fleischmasse zu trocken sein, gibst Du etwas Saucensud dazu. Diese herrliche Fleischmasse verteilst Du gleichmäßig auf Deine ausgerollten Nudelplatten die Du auf Frischhaltefolie gelegt hast.
Mit der Frischhaltefolie kannst Du nun die Nudelplatten zu Nudelrollen aufrollen. Die Nudelrollen verpackst Du megamäßigfest mit der Frischhaltefolie. Die Enden bindest Du am besten fest zu. Die Nudelrollen pochierst Du entweder 25 Minuten im Wasserbad oder wenn Du einen Dampfgarer hast, dann 30 Minuten im Dampfgarer.
Die Nudelrollen lässt Du auskühlen und stellst sie dann für 24 Stunden in den Kühlschrank. Sie müssen Halt gewinnen damit sie beim Aufschneiden nicht auseinander fallen. Die Sauce stellst Du auch kalt damit sie nicht schlecht wird. Versteht sich wohl von selbst dass Du sie weiterhin ohne Löffel in der Hand bewachst, oder?
Jetzt endlich hat die Stunde der Wahrheit  geschlagen.
Du packst die Nudelrollen aus, scheidest sie in schöne breite Scheiben, legst sie in die Sauce und erwärmst alles zusammen auf kleiner Hitze.
Da Du in den letzten 24 Stunden ja mächtig Zeit hattest, hast Du sicherlich einen schönen Feldsalat oder Endiviensalat zubereitet. Den kannst Du nämlich hervorragend dazu reichen.
Jetzt sachma, der Weg ins Elsass hat sich doch wirklich gelohnt und das Rezept kann ich doch wohl bei Zorra und Sabine abliefern, oder?


Kommentare:

  1. Oh, jaaaa, und wie Du dieses Rezept abliefern kannst!!! C'est génial! Delicieux!!! Frühmorgendliche Begeisterungsstürme von mir hast Du.

    AntwortenLöschen
  2. Super Rezept, dass muss ich dir gleich mal mopsen, das hab Ich vor Jahren einmal bei Bekannten gegessen, es war echt köstlich ;)

    LG Kerstin

    AntwortenLöschen
  3. Allein für die Arbeit, die du dir gemacht hast, müsstest du schon gewinnen. Sieht superlecker aus.

    AntwortenLöschen
  4. Und dazu Endivien! Perfekt!
    Ich muss dringend mal Ochsenschwanz bestellen.... drück die Daumen für das Event!

    AntwortenLöschen
  5. Ein phantastisches Rezept....so ganz nach meinem (Winter)Geschmack..

    AntwortenLöschen
  6. @Sabine, da freue ich mich Deinen Geschmack getroffen zu haben und dass Du mich bewegen konntest am Event teilzunehmen.

    @Kerstin, mops es Dir ruhig, es ist wirklich genial lecker ;-)

    @Freundin, es gab nichts zu gewinnen, aber Euer aller Lob ist Gewinn genug :-)

    @Marion, ach Du! Du bist so eine tolle Köchin da ist dieses Rezept doch für dich sicher ne lockere Pausenbeschäftigung...

    @Margit, Danke für Dein Kompliment... und wenn Du noch Winterhunger hast, ist das genau richtig...

    AntwortenLöschen

Lieber Leser ich freue mich dass Du meinen Blog liest und wenn Du Dir dann auch noch die Mühe machst Kommentare hier bei mir zu hinterlassen, ist das ein ganz besonderes Kompliment für mich.
Allerdings werden neuerdings aus gegebenem Anlass die Kommentare erst durch mich geprüft eh sie freigeschaltet werden. Leider ist die Anzahl der Spams in letzter Zeit so enorm angestiegen das ich mich zu dieser Vorgehensweise entschließen musste. Ebenfalls werden anonyme Kommentare, wie auch Einträge die mit Werbelinks versehen sind, prinzipiell nicht veröffentlicht. Auch die notorischen penetranten Besserwisser möchten dem Büdchen bitte fern bleiben. Sie sind unerwünscht, dafür gibt es einschlägige Foren auf denen sich diese "Gutmenschen" austoben können.
Ich weiß dass meine Stammleser und Blogschreiber diese Meinung mit mir teilen und vollstes Verständnis haben.
Gegenüber Mitmenschen die meinen sich an diese Regel nicht halten zu müssen, behalte ich mir rechtliche Schritte vor.