Mittwoch, 1. Oktober 2014

Leber OHNE Äpfel und Zwiebel…

…der September ist vorbei und die FaulenzerUrlaubszeit ebenfalls. Endlich kann ich wieder kochen, wobei ich mich ja gelegentlich auch sehr gerne kulinarisch bedienen lasse. Natürlich rein zu Lernzwecken und um Anregungen zu sammeln.
Auf der letzten Reise waren so manche Schmankerl dabei, von der ganz feinen Küche bis zur deftigen rustikalen.
Tja und gesehen haben wir wieder so einige richtig schöne Ecken. Eigentlich ist der September normal immer für Südtirol reserviert, aber dieses Mal wollten wir die heimischen Weinregionen unsicher machen.
Unsere Tour begann mit dem Rhein, dann ein Stück entlang der Ahr, rüber gehüpft zur Mosel, hinunter (auf der Landkarte)zur Saar, dann quer hin nach Neustadt a.d. Weinstraße. Irgendwo haben wir dann den Rhein wieder aufgegabelt um den richtigen Weg zum Kaiserstuhl zu finden. Der Schwarzwald wurde auch etwas durchkreuzt um schließlich wieder am Rhein zu landen.
Das eigentliche Ziel war der Bodensee, den wollten wir umrunden und vorher wollten wir von Bad Säckingen mal eben kurz nach Basel hoppen, ach und Begrenz stand auch noch auf dem Plan, aber irgendwie wurde es langsam immer knapper mit den Urlaubstagen und wir mussten ja auch wieder zurück.
Also wurde Basel, Stein am Rhein, Arbon und Bregenz auf die Liste „noch zu bereisende Ziele“ geschrieben. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Die Tour zurück führte uns über Titisee-Neustadt nach Lauterecken über Idar-Oberstein wieder Richtung Mosel um schließlich am Rheinufer entlang wieder an der Ahr zu landen.
Unterwegs habe ich Augen und Ohren offen gehalten um an ein außergewöhnliches Leberrezept zu kommen, doch kennst Du die Situation wenn Du nach etwas Bestimmtes suchst?
Mir und meinen Leidensgenossinnen passiert das ja häufig, wenn sie nach DEM Paar Schuhen suchen. Aber diesmal ging es eben nicht um Schuhe sondern einfach nur um ein Leberrezept.
Natürlich hörten sich die Angebote auf den Speisekarten sehr genussvoll an, aber Leber mit Püree und Sauerkraut, oder Leberknödelsuppe fand ich jetzt nicht so spektakulär. Auch die bekannt Berliner Leber, oder berliner Art holte mich jetzt nicht vom Hocker.
Du fragst Dich die ganze Zeit warum ich unbedingt Leber auf den Tisch bringen wollte!? Kann ich Dir sagen, Anfang September war doch dieses Kochtreffen im Saarland und ich hatte meine gekauften Zutaten im Gefrierschrank bzw. im Kühlschrank vergessen. Einen Vorteil hatte es ja, die Zutaten konnten unterwegs auf dem Weg zum Treffen nicht verderben.
Also wie gesagt, ich hatte noch diverse Dinge gebunkert und die mussten jetzt mal so langsam verwertet werden.
Unter anderen lagerte noch Geflügelleber im Tiefkühler. Eine wunderschöne Mischung von Enten-, Hühner- und Putenleber wartete, also verstehst Du jetzt die Suche nach dem ultimativen Rezept.
Dann kam der Geistesblitz. Vor Jahren habe ich einem Fernsehkoch im Frühstücksprogramm zugeschaut wie er Leber zubereitete und das Rezept war mit Balsamicoessig, Perlzwiebeln und Tomaten. Wie ich finde ein recht ausgefallenes Durcheinander das zur Krönung auch noch mit Bandnudeln serviert wurde.
 Balsamicoleber mit Tomaten und Silberzwiebeln:
750 g Geflügelleber
Mehl
1½ Esslöffel Olivenöl
3 Rosmarinzweige, superfein gehackt, als Alternative funktioniert aus Rosmarinpulver
Salz und Pfeffer
350 g -Cherrytomaten
212 ml Glas Silberzwiebeln (ich hatte die Zwiebeln von Kühne, aber es gibt zig andere gute Marken)
200 ml Geflügelfond
75 ml Balsamico
Leber säubern, in mundgerechte Stücke schneiden und großzügig in Mehl wälzen.
Das Öl erwärmen und die melierte Leber von allen Seiten langsam braten. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Hälfte des feingehackten Rosmarins ebenfalls zur Leber geben. Sobald die Leber gar ist, auf einen angewärmten Teller geben und im vorgeheizten Backofen warm halten.
In das restliche Fett die Cherrytomaten zusammen mit den Silberzwiebeln geben, beides kurz anbraten und mit dem Fond und dem Balsamicoessig ablöschen.   in etwas Milch 1 Stunde einlegen, mit Küchenkrepp abtrocknen.
Salbeiblätter hacken.
Die Leber in Öl langsam braten, mit Salz, Pfeffer und mit der Hälfte der Salbeiblätter würzen. Silberzwiebeln zugeben und kurz mit dünsten, mit Fond und Essig ablöschen. Mit dem restlichen Rosmarin würzen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Leber zurück in die Sauce geben und nochmals kurz warm ziehen lassen.
Zwischenzeitlich Bandnudeln kochen.

Die Balsamicoleber mit Tomaten und Silberzwiebeln auf Bandnudeln servieren.
....ich weiß, es gibt Dinge die sehen nicht schön aus, sind aber unglaublich schmackhaft :-)