Donnerstag, 24. April 2014

Eine Reise nach Wintrich, oder Riesling-Weingelee mit Chili…

Jetzt frag mich nicht wie wir auf die Idee kamen nach Wintrich zu reisen, zumal sich der Aufenthalt ganz ohne Absicht ergab, aber dafür richtig schön war. Der Ort ist klein, beschaulich und nett. Ach Du kennst Wintrich nicht!
Wintrich ist ein niedlicher kleiner Ort an der Mosel und gehört zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues in Rheinland-Pfalz. Herr GB und ich lieben die Mosel, die Landschaft, den Wein, die Weinberge, die kleinen und größeren Orte und die Menschen die dort leben. Sie sind sonnenverwöhnt und das spiegelt sich in ihren Gemütern wieder. Es ist eine Region in der gut gegessen und getrunken wird, halt wie überall auf der Welt wo Wein angebaut wird. Sind Herr GB und ich mit dem Auto auf Urlaubsreisen in den Süden, verschlägt uns die Rückfahrt meistens auf einen Abstecher an die Mosel. Und wie schon gesagt, der letzte Abstecher führte uns nach Wintrich, zwar nur für eine Nacht, aber es reichte für eine Idee die ich zuhause umsetzten wollte.
Zum Abendessen hatte es uns in eine nette kleine Straußenwirtschaft verschlagen. Nichts großes, aber gemütlich und das Essen war lecker. In einer Ecke stand ein kleines Regal mit verschiedenen selbsthergestellten Leckereien. Rate mal wer das Regal entdeckte! Richtig, mein Schatz hat ja ein Auge für unübersehbare Genüsse. In diesem Fall handelte es sich um selbstgemachte Marmelade, Konfitüren und Gelees. Eine richtig tolle Auswahl, doch wie du weißt, stelle ich die süßen Brotaufstriche im Büdchen gerne selber her, also wanderten nur zwei, drei verschiedene Gläser ins Einkaufskörbchen. Unter anderem ein Riesling-Weingelee mit Chili. Schlicht und einfach nur TOLL. Die feine Säure des Rieslings, die zarte Schärfe der Chilischote und zusammen abgerundet mit der Süße des Gelierzuckers. Ich musste so manch ein Fläschchen Riesling opfern bis ich die richtige Kombination an Säure, Schärfe und Süße heraus hatte. Schließlich sollte die eigentliche Spritzigkeit des Rieslings nicht ganz verloren gehen.
Nach einigen kleinen Pannen bin ich zu folgender Aufstellung gekommen:
Wichtig um sich in dem Geschmack wiederzufinden, verwende den Riesling den Du als Deinen Favoriten ausgewählt hast.
Für die Schärfe besorgst Du Dir rote Chilischoten und zwar die süßlich scharfen. Die winzig kleinen lass liegen, die versauen Dir den Geschmack, die sind zu scharf.
Als Zucker benutze Gelierzucker für Gelee, alle anderen Sorten werden nicht fest.
Der Wein darf nicht zu Säurehaltig sein, Säure beeinträchtigt die gelierende Wirkung des Pektins. Außerdem verwende einen Riesling dessen Alkohol eher niedrig ist. Zum einen, es soll ein Gelee für Frühstücksbrötchen werden, zum anderen, Alkohol am Morgen bringt Kummer und Sorgen ist auch keine Lösung. Ach ja, und so ganz nebenbei, hoher Alkoholgehalt kann die Gehirnfunktion Gelierung mindern, das wollen wir nicht.
Also ich fasse nochmals zusammen:
750 ml säurearmen Riesling mit minderen Alkoholgehalt
2 süßlich scharfe Chilischoten mittlerer Größe
750 g Gelierzucker für Gelee
Die Chilischote wird in mega feine Würfel geschnitten bzw. gehackt. Vergesse nicht Einmalhandschuhe anzuziehen.
Den Riesling mit dem Gelierzucker mischen und den Zucker vollständig auflösen. Nach Packungsanleitung das Riesling-Zuckergemisch aufkochen und nach Vorschrift das Gemisch einige Minuten kochen.
Nun die Chiliwürfelchen untermischen, aber nicht mehr kochen lassen. Sofort in sterilisierte Gläser füllen, mit Twist-off Deckeln verschließen und abkühlen lassen.
Der ultimative Schnabulierungstipp aus dem Büdchen: Streiche das Gelee mit Frischkäse auf knackig frische lauwarme Brötchen, oder aber auch mit etwas Quark auf Stuten oder Hefezopf und als Krönung zu einem deftigen Käse auch der Renner.